DJI Mavic Air – Erster Eindruck

Die neue DJI Mavic Air bietet mehr Speed, mehr Flugzeit, mehr Reichweite (vergl. mit Spark), eine 4K Kamera und erweiterte Hinderniserkennung. Klingt nach einer neuen super Kompakt-Drohne. Ob sie das auch ist?

Als die Mavic Air am 23. Januar von DJI vorgestellt wurde, dachte ich mir: das ist die Drohne, die ich brauche. Eine Kompaktdrohne mit einer anständigen 4K-Kamera, welche über 3-Achsen stabilisiert wird und in einer Jackentasche Platz findet. Der Spark war ganz in Ordnung, jedoch fehlte mit dort eine 4K-Kamera und die Reichweite im EU-Modus war nicht gerade berauschend. Nun hoffe ich, dass die Mavic Air durch das neue Antennendesign über eine stabilere Verbindung verfügt. Denn leider wird das RC-Signal wie beim Spark immer noch über WLAN Frequenzen gesendet und kommt dadurch niemals an die Reichweite einer DJI Mavic Pro. Dennoch hat mich die Verbindungsqualität überrascht.

 

Das FlyMore Combo

Ich selbst habe mich für das Fly More Combo entschieden und kann es jedem, der mit der Drohne liebäugelt, empfehlen. Die CHF 150.- mehr zahlen sich in jedem Fall aus. Wer die Mavic Air einzeln kauft, erhält nur die Drohne mit einem Akku, Controller, Schutzbügel und 12 Ersatzprpeller. In der Fly More Combo sind ganze drei Akkus enthalten, der Controller, ein 4-fach Lader, 12 Ersatzpropeller, Schutzbügel und eine Umhängetasche. Die Umhängetasche ist wirklich sehr praktisch, da ich die Mavic Air oft auf Ausflüge mitnehme und so die Air immer griffbereit habe.

 

Die Mavic Air

Das Design der Mavic Air wirkt frisch und modern. Auch die Verarbeitungsqualität macht einen wirklich soliden Eindruck. Das Auf- und Zusammenklappen der Arme geht förmlich wie geschmiert. Mit der Zeit hat man auch den Dreh raus, wie das am besten geht. Die Propeller sind starr und können nicht zusammengeklappt werden, was aber überhaupt nicht stört, wenn die Mavic Air zusammengeklappt ist.

 

Der Controller

Der Controller ist optisch identisch mit jener des Sparks. Dennoch gibt es Unterschiede. Der Mavic Air Controller verfügt nicht wie der Spark Controller über ein integriertes WiFi. Das Smartphone kann also ausschliesslich über das OTG-Kabel mit dem Controller verbunden werden. Der Micro USB-Port zum Anschliessen des Smartphones befindet sich wie beim Mavic Pro Controller auf der linken Seite. Allerdings bin ich mit der Verkabelung des OTG-Kabels nicht ganz zufrieden, da die spezielle Steckerhalterung im Controller zwar schön und gut ist, in der Praxis aber stört, sollte man eine dickere Handyhülle verwenden. Auch der ein oder andere Android User wird seine Probleme haben, sofern das Smartphone noch über einen alten Micro USB-Port verfügt. Falls dieser verkehrt herum ist, muss man sich zwangsläfig ein anderes Kabel kaufen.
In der Mitte, dort wo beim Spark Controller der Micro USB-Port war, befindet sich ein weiterer USB-Anschluss, welcher man bereits vom Mavic Pro Controller kennt. Dort kann ebenfalls ein Smartphone oder Tablet angeschlossen werden. Allerings können nicht beide Port gleichzeitig genutzt werden.
Zu guter Letzt ist es auch endlich möglich die Sticks abzuschrauben und im Controller festzustecken. Das macht die ganze Sache noch mal etwas kompakter.

 

Accessoires

Bei der Fly More Combo mit dabei ist auch ein 4-fach Lader. Wobei hier 4-fach nicht das Laden aller Akkus gleichzeitig bedeutet. Denn die Akkus werden der Reihe nach einzeln geladen. Lediglich das Umstecken entfällt dadurch, ist aber dennoch ganz praktisch. Weiter verfügt das Netzteil über zwei USB-Ports, an welchen gleichzeitig noch der Controller sowie das Smartphone geladen werden können.

Die ebenfalls in der Combo enthaltene Tasche ist perfekt, um alles Nötige darin zu verstauen und bleibt dennoch sehr kompakt. Voll beladen fühlt sich die Tasche immer noch sehr leicht an und ist beim Tragen kaum spürbar. Im Inneren ist das Ganze sehr gut strukturiert. Links der Controller und zuoberst gleich die Mavic Air. Darunter befindet sich noch Platz für drei Akkus und Zubehör. Weiter gibt es noch eine Aussentasche, die sich mit Kleinigkeiten befüllen lässt.

 

Kamera & Gimbal

Endlich, 4K. In der heutigen Zeit, vor allem bei Drohnen, ist 4K einfach Pflicht. Es geht in erster Linie nicht einmal um die schärfere Bildqualität ansich, sondern auch darum, in das Bild zoomen zu können, ohne dabei gleich einen massiven Qualitätsverlust zu erleiden. Sehr gefreut habe ich mich auch über den 3-Achsen Gimbal. Beim Spark musste man teils eine recht ruhige Hand haben ohne das Bild gleich ungewollt seitlich zu verschieben. Dazu kommt, dass der Gimbal auch leicht nach oben gerichtet werden kann und das Field of View 85° beträgt.

Nebst der besseren Kamera sind auch einige neue Funktionen dazugekommen. So kann die Mavic Air sogenannte „Asteroid“ Aufnahmen machen, welche schon recht cool sind und diesen Sommer in vielen Ferienvideos zu finden sein werden.

 

Flugverhalten und Reichweite

Die Mavic Air erreicht laut DJI eine Spitzengeschwindigkeit von 68km/h und ist somit sogar schneller als die Mavic Pro. Wobei sich diese Geschwindigkeit auf den Sportmodus bezieht und dieser für Filmaufnahmen nicht geeignet ist, da das Bild nicht mehr durch den Gimbal stabilisiert wird. In der Praxis habe ich im Sportmodus 65km/h erreicht. Je nach dem wie der Wind weht sind es etwas mehr oder weniger.
Obwohl die Mavic Air sehr zügig unterwegs sein kann, liegt sie ausserordentlich stabil in der Luft und hört sich dabei auch verhältnismässig ruhig an. Die Spark hatte ich lauter in erinnerung. Das liegt aber wohl auch an den starren und nicht mehr faltbaren Propellern.
Auch einen sehr guten Job machen die Kollisionssensoren, die neu auch nach Hinten gerichtet sind. Im Gegensatz zum Spark erkennen die Sensoren Hindernisse bereits ab 20m und funktioniert im P-Modus mit einer Geschwindigkeit von bis zu 28km/h. Dabei werden auch kleine Hindernisse wie ein Holzpfahl gut erkannt.
Ebenfalls viel besser ausgefallen ist die Gehstensteuerung welche wesentlich präziser ist und erweitert wurde. Einen offiziellen Handstart wie bei der Spark gibt es allerdings nicht mehr, dafür kann die Air per Gehste vom Boden aus gestartet und auch wieder so gelandet werden. Auch die Gehste für ein Selfie oder um die Videoaufnahme zu starten wird sehr gut erkannt.

Nun zur Reichweite. Dies ist fast ein Thema für sich. Wobei es nicht einmal um die Reichweite an sich geht, sondern um die Verbindungsqualität. Diese war beim Spark im EU-Modus nicht sehr überzeugend und hat mich sehr enttäuscht. Bereits ein Baum reichte und das Signal riss ab. Daher war ich auch etwas skeptisch als ich hörte, dass die Mavic Air wieder über ein WiFi-RC-Signal gesteuert wird. Etwas Hoffnung gab mir aber der Hinweis, dass im 2,4 Ghz Modus 2 Kilometer möglich sein sollten. Bereits positiv überrascht war ich, als ich die Mavic Air zu Hause das erste Mal eingeschaltet habe. Trotz den vielen W-LAN Netzen in der Umgebung gab es keine Störungen. Auch beim Fliegen in der näheren Umgebung ist das Bild glasklar und störungsfrei.
Zur grossen Frage ob es die Mavic Air im EU-Modus nun schafft an die angegeben 2 Kilometer zu kommen? Ja, sie tut es und das fast Unterbruchsfrei.

 

Hinweis zum Reichweitentest!
Bitte beachtet, dass es in der gesamten EU verboten ist ausser Sichtweite zu Fliegen. Infos über die geltenden Bestimmungen findet ihr in den Links am Ende dieses Beitrags.

 

Fazit

Die Mavic Air hat mich sehr positiv überrascht und ich habe ehrlich bisher nichts, worüber ich etwas Negatives berichten könnte. Es kommt natürlich auch sehr darauf an, für welchen Zweck die Drohne eingesetzt wird. In meinem Fall als Reise- und Freizeitdrohne erfüllt sie die Bedingungen dazu optimalst. Sehr kompakt, einfach zu handhaben und zuverlässig. Die Flugzeit von 21 Minuten stört mich persönlich nicht, da ich in der Regel kaum länger als 10 Minuten am Stück fliege und mit den drei Akkus der Fly More Combo ist man bereits sehr gut ausgerüstet.

Wer dennoch unschlüssig ist und lieber eine neue Mavic Pro II hätte sollte sich bis Anfang April gedulden. Denn laut Gerüchten soll DJI dann eine neue Mavic mit 1 Zoll Bildsensor mit 20 Megapixeln präsentieren. Die Flugzeit soll dabei in etwas gleich bleiben. Allerdings verfüge die neue Mavic Pro II nicht über Hindernissensoren nach hinten wie die Air.

 

Gesetzliche Bestimmungen

Weiter kann ich euch die App „Airmap“ emfpehlen. Darin sind alle Flugverbotszonen auf der ganzen Welt eingetragen. Die App eignet sich besonders zum Planen von Ausflügen oder Ferien auf denen die Drohne mitgenommen wird.

Die Flugverbotszonen der Schweiz findet man auch auf der Homepage des BAZL.

Ebenfalls zu empfehlen ist der FLARM Tracker. Dort sind alle Flugplätze und Heliports verzeichnet. Aber besser noch, es werden alle zivilen Luftfahrzeuge live angezeigt.

 

Foto Gallerie

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8 thoughts on “DJI Mavic Air – Erster Eindruck

  1. Sehr spannender Artikel. Ich bin froh dass die Reichweite der Air doch nicht ein allzu grosses Problem darstellt im Alltag. Ich hoffe dass sich die Lieferzeiten bald etwas bessern. Ich werd mir in absehbarer Zeit auch die Mavic Air zulegen.

  2. Salü

    Super Bericht!

    Ich überlege mir die Air zu kaufen.
    Leider habe ich in diversen Blogs/Videos gelesen, dass die Reichweite der Air teilweise sehr eingeschränkt ist, dass es schon nach 100m zu Verbindungsproblemen kommen kann.
    Dies wäre für mich ein Grund die Drohne nicht zu kaufen.

    Kannst du etwas zu den Verbindungsproblemen sagen oder bist du schon in Wohngebieten geflogen?

    Beste Grüsse Jan

    1. Salü Jan
      Ich hatte bisher keine Probleme mit der Air und die Verbindung war immer gut. In Wohngebieten fliege ich grundsätzlich ohnehin nicht. Ich habe aber in der Nähe einer Siedlung einige Flüge gemacht und hatte auch dort keine Probleme.
      Verbindungsprobleme auf 100m kenne ich von der Spark. Nicht aber von der Mavic Air. Ich kann sie nur empfehlen.

      1. Besten Dank für deine Antwort

        Du kannst also nicht von Verbindungsabbrüchen berichten?
        Habe gelesen dass es bei Aufnahmen im Wald auch schon nach 50m störungen gegeben hat..

        Bist du auch schon im FCC Modus geflogen?

        Beste Grüsse Jan

        1. Ich weiss zwar nicht wo du deine Infos her hast, mir ist dazu aber nichts bekannt. Im FCC Modus bin ich noch nicht geflogen da es dazu noch keinen Hack gibt und ich bisher auch nicht in den USA war. Auch wenn, ich bin zufrieden und habe keine nennenswerte Verbindungsprobleme.

  3. Interessanter Bericht. Verkaufe meine Pro und hole mir die Air. Das sie unter 500g ist, erleichtert einem einiges. (Klar, man muss sich trotzdem an das Recht halten, keine Frage) Für mich wäre die Air und die Pro II, wenn sie denn den 1 Zoll Sensor hat, das ideale gespann.
    Hast du die Air bei Dronefactory bestellt? Leider versauts DJI ja mal wieder wie bei der Pro dazumals die Händler anständig zu beliefern. Sehr schade…

    1. Salü Andre
      Die Air ist wirklich top und wird dich nicht enttäuschen. Ein 1Zoll Bildsensor wäre natürlich Luxus für Foto/Filmfreaks wobei ich selbst bei der Air bleiben werde. Ich hatte meine von sofort nach Ankündigung bei Apple bestellt. Warten muss man nun leider überall. Bei Dronefactory.ch hast du aber auf jeden Fall den günstigsten Preis und einen super Service.

      1. Besten Dank fürs Feedback 🙂 Bin gespannt was für ein Pro Nachfolger kommt, wir werden sehen. Mit Dronefactory bin ich bis anhin auch sehr gut gefahren. Das einzig leide sind die Lieferzeiten, daber da kann Dronefactory nichts dafür, liegt einzig und allein bei DJI. Da haben alle Händler zu kämpfen. Habe jedenfalls meine Air bestellt 🙂