Bericht: G-Rilla FPV-Racewing Pro mit TBS Powercube Racewing und Runcam Split


Eigentlich wollte ich bis ende Jahr zwei neue FPV-Racerdrohnen bauen. Nachdem ich aber den ersten Racer fertig hatte, stach mir der FPV-Racewing Pro von G-Rilla ins Auge. Da ich zuvor bereits mit dem flitzigen Racewing geliebäugelt hatte, konnte ich nun nicht mehr wiederstehen habe mir einen bei Dronefractory.ch geholt.
Obwohl der FPV-Racewing Pro von G-Rilla reichlich Potential hat, schien der grosse Boom bislang aus. Deshalb nehme ich in diesem Bericht den Wing für euch mal genauer unter die Lupe, um herauszufinden, wie viel Spass und Speed da wirklich drin steckt.

 

Entworfen wurde der FPV-Racewing Pro von G-Rilla, einem Schweizer Unternehmen, das Custom Wings entwickelt. Dabei wurde zusammen mit Team Blacksheep extra ein neues Modul entworfen. Der TBS Wing Layer. Dieser ergänzt die Powercube Family und ermöglicht so den Einsatz des Powercubes auch in Wings. Dabei heraus kommt ein kompakter Racewing mit viel Technik und Power.

G-Rilla bietet den Racewing (resp. Miniwing) in vier verschiedenen Variationen an. Vom einfachen Bausatz ohne Elektronik (149.-) bis zum komplett fertig gebauten RTF Wing inkl. Elektronik (999.-). So ist es jedem selbst überlassen, welche Komponenten man verbauen möchte. Empfohlen wird jedoch das Setup mit dem TBS Powercube Racewing, da der Rumpf im Racewing dafür ausgelegt wurde.

 

Der Racewing Pro

Das EPP Material das G-Rilla für den Racewing verwendet, ist eine Spezialanfertigung und wurde mit erhöhtem Pressdruck produziert. Daher ist es extrem widerstandsfähig und lässt sich praktisch nicht brechen. Die Winglets wurden aus Stegplatten CNC gefräst und der Rumpf  besteht aus Flugzeugsperrholz. Dieser muss nicht zwingend verbaut werden. Denn wer möchte kann den Racewing auch ohne Rumpf zusammenbauen. Jedoch lohnt sich dies nur, wenn man den Wing auf Sicht und ohne FPV-Equipment fliegt.

 

Racewing, Miniwing?

Es gibt verschiedene Versionen des Wings. Der in meinem Bericht verwendete Wing ist der Racewing Pro. Es gibt aber noch eine neuere Version und das ist der Miniwing. Der Unterschied liegt vor allem in der Länge des Rumpfes. Der Rumpf des neuen Miniwings ist länger und bietet etwas mehr Platz als jener des Racewings.

 

Die Technisches Daten des Racewings:

  • Spannweite: 65cm (mit Rumpf)
  • Maximale Akku Grösse: LBH 90x40x33mm
  • Gewicht: Rumpf 95g
  • Gewicht: RaceWing ohne Elektronik 200g
  • Gewicht: RaceWing mit Elektronik 534g

 

Zum Bausatz ohne Elektronik gehört folgendes:

  • Flügel EPP CNC zugeschnitten
  • Winglet aus Stegplatte CNC gefräst
  • Rumpf CNC gefräst aus 3mm Flugzeugsperrholz
  • Querruder fertig zugeschnitten
  • Querruderanlenkung 
  • Fiberglas Vollstab GFK Set zugeschnitten
  • Flügel Bespannfolie transparent zugeschnitten
  • Querruder Bespannfolie orange zugeschnitten
  • Gummi Kabelbinder für Akku und Cam
  • Chromstahl Schrauben mit Mutter
  • Dosierflasche für Leim

 

Elektronik & Setup

Wer nur das FPV-Racewing Pro Baukit kauft, kann das Setup nach eigenem Ermessen zusammenstellen. In meinem Fall habe ich mich aber grösstenteils an das empfohlene Setup von G-Rilla gehalten. Einzige Ausnahme: bei mir ist ein 2400Kv Motor anstelle des 2600Kv Motor’s verbaut.
Um Gewicht zu sparen aber dennoch Videoaufnahmen mit FullHD@60FPS  machen zu können, verbaute ich eine Runcam Split. Dadurch enfällt das unnötige Anbringen einer beschwerenden Actioncam auf der Wingspitze (die man ohnehin nur verliert…).

 

Ich verwende folgende Komponenten:

 

TBS Powercube Racewing

Einigen ist der TBS Powercube Racewing, bestehend aus dem Wing Layer, einem Bulletproof 25A ESC und dem FPV-Vision wohlmöglich noch unbekannt. Dabei ist der Wing Layer die neuste Komponente in der Powercube Family und ist speziell für Wings ausglegt. Der Wing Layer dient als Schnittstelle zwischen Empfänger, Powercube und Servos und ist grundsätzich für den TBS Crossfire Micro V2 Empfänger ausgelegt. Mit etwas Gebastel können aber auch andere PWM Empfänger angeschlossen werden. Nicht möglich ist das anschliessen von SBUS oder PPM Empfängern. Des weiteren verfügt der Wing Layer über einen BST-Port, an welchem beispielsweise eine GPS-Modul angeschlossen werden kann. Ein weiterer BST-Port befindet sich am FPV-Vision.

INFO! Wer wie ich am Wing Layer einen herkömlichen PWM Empfänger anschliesst, kann per Sender nicht auf das OSD des FPV-Vision zugegriffen. Um das OSD dennoch konfigurieren zu können, ist zwingend ein Update des Visions auf die Beta 2.02 nötig! Erst dann ist es möglich per Button in das OSD Menü zu gelangen. Andernfalls würde lediglich der RC-Calibration Mode gestartet. Wer per Sender Zugriff auf das OSD möchte muss einen TBS Crossfire Micro V2 verbauen und diesen am BST Port anschliessen.

 

Zusammenbau

Wer gerne Racer baut, wird auch den Wing gerne zusammenbauen. Es gibt weniger bis gar keine Lötarbeiten, dafür aber umsomehr Klebearbeiten. Denn der ganze Bausatz muss zusammengesteckt, verklebt und laminiert werden. Wobei letzteres nicht zwingend, aber von Vorteil ist.
Die ganze Elektronik lässt sich abgesehen vom GPS Modul im hinteren Teil des Holzrumpfes unterbringen. Der Platz dafür ist allerdings recht eng bemessen und im Falle eines defekts kann es etwas umständlich werden das Ganze wieder zu demontieren. Dies ist bei der neueren Version (Miniwing) etwas besser gelösst, da dieser einen längerer Rumpf hat.

Eine gute Woche habe ich gebraucht bis ich den Racewing komplett zusammengebaut hatte. Beim Zusammenbau muss man auch Zeit für das Trocknen der Verleimung und der Farbe am Rumpf mit einberechnen. Um dem Wing noch einen besonderen Touch zu verliehen, habe ich zusätzlich noch zwei blaue LED-Stripes am hinteres Teil des Wings verbaut.

Von G-Rilla gibt es eine einfache Bauanleitung als PDF zum Download. Dort enthalten sind auch die Masse für das Anbringen der Winglets und der Ruder.

 

Flugeigenschaften

Bevor es in die Luft geht, stellt sich natürlich die Frage, wie man dies anstellt. Denn eine FPV-Racerdrohne kann man auf den Boden stellen, sich anschliessend gemütlich hinsetzen und starten. Beim Racewing geht das grundsätzlich auch, doch G-Rilla hat für den Start extra eine Rampe entworfen. Damit kann der FPV-Racewing ohne weitere Hilfe problemlos vom Boden aus gestartet werden. Jedoch finde ich es etwas umständlich immer eine Startrampe mitschleppen zu müssen. Ansonsten ist es ohnehin zwingend einen Spotter dabei zu haben welcher den Racewing für euch in den Himmel befördern kann. Mit etwas Übung ist es aber auch machbar vom Boden aus senkrecht in den Himmel zu starten 🙂

Früher flog ich bereits einen TBS Caipirinha und aktuell noch einen Wipeout. Im Vergleich dazu ist der FPV-Racewing Pro aber definitiv ein schnelleres Kaliber. Alleine mit dem 2400kv Motor erreiche ich laut GPS bereits Spitzengeschwindigkeiten von über 130km/h. Mit dem 2600kv Motor wir es wohl noch ein Stück mehr sein. Die Langsamflugeigenschaften könnten etwas besser sein. So kann es bereits unter 45km/h zu einem Strömungsabriss kommen. Daher, der Racewing Pro ist definitiv auf Speed ausgelegt. Allgemein fliegt er sich recht zackig und es können relativ enge Manöver geflogen werden. Somit sind Langstrecken-Speedruns wie auch Rennen Parcours möglich. Sogar ein Kopf an Kopf Rennen mit einer FPV-Racerdrohne ist nicht ausgeschlossen, setzt aber sehr viel Übung voraus. Bei meinen Testflügen erreichte ich mit dem 850mAh 4S Lipo eine Flugzeit von gut 7 Minuten.
Wovon ich etwas entäuscht bin ist die Flugstabilität. Denn der Racewing zappelt doch recht hin und her. Allerdings liess ich mir sagen, dass dies mit den neuen Winglets besser sein soll.

 

Fazit

Der FPV-Racewing Pro von G-Rilla macht auf jeden Fall sehr viel Spass. Er ist eine gute Abwechslung zu den herkömmlichen FPV-Racerdrohnen und der Vorteil liegt sicher in der längeren Flugzeit.
Da viele Racerpiloten noch die ein oder andere Elektronik-Komponente zu Hause rumliegen haben, wird sich mit dem Kauf eines Bausatzes schon fast ein fertiger FPV-Racewing Pro bauen lassen. Ansonsten ist das empfohlene Setup sicher das Optimum. Was ich schade finde ist, dass der TBS Wing Layer nur PWM tauglich ist und das Vision dadurch nur mit dem Crosscire Micro V2 über den BST-Port eingestellt werden kann. Der Racewing ist sehr stabil gebaut. Dennoch muss man damit rechnen, dass bei einem Crash Teile wie Winglets oder Ruder beschädigt werden können.

Weshalb der FPV-Racewing Pro in der Luft aktuell eher noch rar ist kann ich mir nicht erklären. Wohlmöglich liegt es wohl einfach daran, dass der Racewing noch nicht genug bekannt ist. Falls du noch unschlüssig bist, findest weiter unten noch viele Bilder sowie ein Video meines Jungfernflugs mit dem Racewing Pro. Ohnehin würde ich mich über den ein oder anderen Artgenossen freuen, der mit mir um die Wette fliegt 🙂

 

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Video & Fotos

 

 

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