Test: LEAP Motion: Windows per Geste steuern

 

Schon eine gefühlte Ewigkeit ist es her, seit ich im Mai 2012 von LEAP-Motion hörte und ich mir sofort ein Exemplar für damals noch $83.- vorbestellt hatte. Erst wurde der Releasetermin auf Ende 2012 angegeben, was natürlich ein schönes Weihnachtsgeschenk gewesen wäre. Doch dann wurde der Termin auf frühes 2013 und schlussendlich auf den 22. Juli 2013 verschoben. Nun ist es aber soweit und ich habe LEAP-Motion in resp. unter meinen Händen. Ob sich die lange Wartezeit nun gelohnt hat oder ob es sich nur um ein einfaches Gadget-Spielzeug handelt, erfahrt ihr in meinem Testbericht.

 

Lieferumfang & Ausstattung

Versendet wurde das Paket aus Borno-Slatina in Tschechien und nur zwei Tage später erhielt ich es gut transportiert und verpackt durch FedEx zugestellt. Ich liebe es, Päckli auszupacken, vorallem wenn man eineinhalb Jahre darauf gewartet hat.

Die Verpackung erinnert an jene von Apple. Öffnet man diese, findet man unter dem Deckel ein Deckblatt mit der Aufschrift „Welcome to a whole new World“. Und darunter schlicht präsentiert den LEAP-Motion Controller. Zusätzlich enthalten sind zwei UBS 3.0 Kabel mit einer Länge von 6cm und 15cm. Ein Handbuch gibt es keines. Lediglich den Hinweis, das Setup über leapmotion.com/setup zu starten.
Der LEAP-Motion Controller selbst misst gerade mal 79x29x10mm (LxBxH) und wiegt knappe 45g.

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Treiber & Software

Windows 8 erkennt den LEAP-Motion Controller beim Anstecken als Bildverarbeitungsgerät und installiert den Treiber  „LEAP Dev Kit“ automatisch. Um LEAP-Motion aber verwenden zu können, muss man sich über leapmotion.com/setup den 55mb grosse Installer downloaden. Währendessen kann man sich ein kurzes Setup Video anschauen.

Bei der Installation werden verschiedene Komponenten installiert. Zum einen das „Leap Motion Controll Panel“, über welches man verschiedene hardwareseitige Einstellungen vornehmen kann. Im Normalfall sind diese so eingestellt, dass man nichts daran ändern muss. Weiter gibt es noch den „Leap Motion Visualizer“, mit welchem man die eigene Hand über LEAP-Motion visuell darstellen kann. Hauptkern von LEAP-Motion ist aber Airspace. Bevor man Airspace verwenden kann, muss noch ein Account angelegt werden, welcher für spätere Einkäufe gebraucht wird. Denn Airspace ist vergleichbar mit dem Apple AppStore oder dem WindowsStore, über welchen man verschiedene Apps, die extra für LEAP-Motion entwickelt wurden, downloaden kann. Es gibt einige gratis App, sowie auch kostenpflichtige, welche ein paar Dollar kosten.

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Praxistest

Im ersten Moment fühlt sich LEAP-Motion etwa so an, als hätte man das erste Mal in seinem Leben eine Maus in der Hand. Man trifft überhaupt nichts, obwohl die Steuerung wirklich sehr präzise funktioniert. Zum Kennenlernen und Ausprobieren gibt es einige vorinstallierte gratis Apps, mit welchen man den Bewegungsspielraum etwas ausprobieren kann und visuell dargestellt bekommt.

Doch das sind bis jetzt alles nur ein paar witzige Features. Was mich vorallem interessiert, ist: wie sehr eignet sich LEAP-Motion als Mausersatz? Um das testen zu können muss ich im Airspace Store erst mal die App „Touchless For Windows“ downloaden. Beim starten der App gibt es zuerst eine kurze Einführung, wie die Steuerung zu handhaben ist. Anschliessend läuft die App im Hintergrund und ist im TrayIcon Bereich auffindbar.
Es gibt zwei grundlegende Bereiche bei der Steuerung von Windows mit LEAP-Motion. Im vorderen Teil den Navigationsbereich und im hinteren Teil den Aktionsbereich. Zusätzlich gibt es verschiedene Ein- und Zweifinger Gesten, mit welchen navigiert, gescrollt und gezoomt werden kann.
Die Steuerung stellt sich aber als alles andere als einfach heraus. Dies vorallem, weil man überhaupt keinen Anhaltspunkt hat und die Hand in einem freien Raum bewegt. Ich denke, hierfür ist eine längere Verwendung mit mehr Übung vorausgesetzt.

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Fazit

LEAP-Motion gefällt mir weil es etwas neues ist und neue Möglichkeiten, vorallem im 3D-Controlling Bereich eröffnet. Doch ich glaube nicht, dass LEAP-Motion die Computer Maus ersetzen wird. Hierfür ist die Handhabung noch zu ungewohnt und in gewisser Weise doch auch zu anstrengend. Da legt man der Maus lieber wieder die Hand auf. Ich als RC-Modellfreak würde es so vergleichen. Die PC-Maus ist wie ein RC-Car, der einfach auf einer Fläche herumfährt. LEAP-Motion hingegen wäre dann ein RC-Helikopter, welcher keine Grenzen kennt und sich frei in einem dreidimensionalen Raum bewegen kann. Dadurch ist er aber auch viel schwerer zu kontrollieren.

Ein kleines bisschen bin ich aber enttäuscht. Denn so einfach wie in den vielen Präsentationsvideos, die ich im Laufe der Wartezeit gesehen habe, liess sich das ganze dann doch nicht kontrollieren. Aber man muss sich auch bewusst sein, dass LEAP-Motion gerade erst veröffentlicht wurde und sich Softwareseitig für den Anwendungbereich noch weiterentwickeln wird. Zudem habe ich noch längst nicht alles ausprobiert. Vorerst heisst es für mich Üben, Üben, Üben…

LEAP-Motion kann ich jedem empfehlen, der Freude an der Technik hat und etwas neues ausprobieren möchte. Für den herkömmlichen PC-Gebrauch ist LEAP-Motion meiner Meinung nach noch zu unausgereift, oder vielleicht auch noch zu ungewohnt? Nicht’s desto trotz wird man LEAP-Motion auch in kommenden HP und ASUS Notebooks und PC Bundels finden.

LEAP-Motion kann auf www.leapmotion.com für gut CHF 100.- bestellt werden.

Übrigens, nächsten Jahr gibt es schon wieder etwas neues, nämlich MYO. Das ist ein Armband, welches die Arm und Muskelbewegungen registriert und so auch eine Motionsteuerung ermöglicht. Im Gegensatz zu LEAP-Motion aber eher ein persönlicher Gegenstand, welcher aber vielseitiger und nicht nur am PC einsetzbar ist.

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